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Wie waren die Lieferungen im Winter über die „Straße des Lebens“ nach Leningrad im Vergleich zu anderen Jahreszeiten?

Wie waren die Lieferungen im Winter über die „Straße des Lebens“ nach Leningrad im Vergleich zu anderen Jahreszeiten?

Ein Schlüsselfaktor für das Überleben Leningrads während seiner 900-tägigen Belagerung war die "Straße des Lebens", die in den Wintermonaten 1941, 1942 und 1943 über einen zugefrorenen Ladogasee gebaut wurde und fast ein halbes Jahr dauerte.

Wie verhält sich die Lieferung über die Straße im Vergleich zu einer „normalen“ Lieferung per Schiff in den Sommermonaten?

An welchem ​​Punkt würde die Eisdicke aufhören/beginnen… und wie lang waren die "Fenster" im Frühjahr und Herbst, wenn das Eis nicht dick genug war, um die Straße des Lebens zu tragen, aber der See für die konventionelle Schifffahrt noch zu gefroren war?


Das russische Wiki (Road of life) bietet umfangreiche Daten mit Referenzen.

  • September-November 1941 (Schifffahrt) - ca. 60000 Tonnen, ca. 30000 Mann evakuiert - heftige Kämpfe, schwere Bombenangriffe, bauliche Infrastruktur (Docks, Depots, Eisenbahn etc.), schlechtes Wetter (Stürme, Frühfrost - Barkassen konnten nur bis 10 ); verbrauchte Reserven vor der Blockade;
  • November/Dezember 1941 - April 1942 (Eisstraße) - ca. 360000 Tonnen, ca. 550000 Mann evakuiert - Hungersnot;
  • Mai-November 1942 (Schifffahrt) - ca. 750000 Tonnen, ca. 450000 Mann evakuiert - Schifffahrt im Mai wegen Eis eingeschränkt; ab Sommer-Herbst 1942 gab es keine Hungersnot in der Stadt, da die Bevölkerung aufgrund von Evakuierungen und Todesfällen im Winter 1941/42 stark zurückging;
  • Winter 1942/1943 (Eisstraße) - ca. 200000 Tonnen - es gab einige Reserven nach der Schifffahrt;
  • Schifffahrt von 1943 - etwa 240000 Tonnen - im Januar 1943 konnte die Rote Armee einen (sehr engen) Weg nach Leningrad durchbrechen, der Straße des Sieges genannt wurde; dann ab Frühjahr 1943 die neue Eisenbahn (auch "Todesstraße" genannt, wie sie von deutscher Artillerie beschossen wurde);
  • Winter 1943/44 - es gab keine Eisstraße durch Ladoga, da alle Lieferungen über die Siegesstraße gingen.

An welchem ​​Punkt würde die Eisdicke aufhören/beginnen… und wie lang waren die "Fenster" im Frühjahr und Herbst, wenn das Eis nicht dick genug war, um die Straße des Lebens zu tragen, aber der See für die konventionelle Schifffahrt noch zu gefroren war?

1941 fuhren die Lastkähne nur bis zum 10. November, aber einige Schiffe fuhren bis zum 4. Dezember weiter. Am 20.-21. November schickten sie den ersten Wagenzug (Pferde und Schlitten, ca. 63 Tonnen). Am 22. November gingen die ersten Lkw auf die Reise (anfangs nur ca. 100 Tonnen pro Tag).

Die erste Eisstraße wurde am 21. April 1942 gesperrt. Wegen Eis konnte die Schifffahrt aber erst am 21. Mai beginnen.

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